Der Halbkugelversuch von Otto von Guericke

Otto von Guericke

Erfinder, Politiker, Wissenschaftler, Bürgermeister von Magdeburg

20.11.1602 in Magdeburg geboren - 11.05.1686 in Hamburg gestorben

Otto von Guericke wurde am 20.November 1602 als Otto Gericke in Magdeburg als Sohn einer alteingesessenen Patrizierfamilie geboren. Er besuchte die Stadtschule in Magdeburg und hatte, Otto von Guericke-Denkmalda er schon früh durch Privatlehrer unterrichtet wurde, mit fünfzehn an der Leipziger Universität zu studieren begonnen. Ein Jahr später,als in Prag die ersten Unruhen aufkamen, holten ihn die Eltern zurück und ließen ihn in Helmstedt Jura studieren. 1620, sein Vater war gerade gestorben, ging er nach Jena um dort an der Universität sein Studium abzuschließen. Gleich im Anschluss ging er nach Leiden/Holland um sich an der dortigen Universität mit Mathematik, Geometrie sowie Festungsbau zu beschäftigen. Der Dreißig Jährige Krieg war schon in seinem sechsten Jahr, als er nach Magdeburg zurückkehrte.

1626 heiratet er Margarete Alemann, eine Tochter aus bestem Hause. Im selben Jahr wird Otto Gericke Ratsmitglied und dort verantwortlich für die Bauangelegenheiten der Stadt Magdeburg. 1626 wird seine Tochter Anna Katharina, 1628 sein Sohn Otto jun. und 1629 sein zweiter Sohn Jakob Christoph geboren. Im Jahr 1631 wird Magdeburg durch Tillys Truppen belagert und bei der Stürmung geplündert und fast vollkommen zerstört. Dabei werden neben dem Bürgermeister auch drei Ratsherren getötet. Gericke und seine Familie finden bei seinem Schwager Johann Alemann Unterkunft und werden durch den Generalkriegskommissar von Walmerode freigekauft und nach Schönebeck gebracht. Von dort aus geht er zunächst nach Braunschweig, um noch im selben Jahr nach Erfurt zu wechseln, wo er als Bauingenieur in schwedische Dienste tritt. Doch Otto von Guericke, Bürgermeister und Naturforscher, Gemälde von Friedrich Reichert, 1868 schon 1632, nachdem Magdeburg von den Kaiserlichen Truppen geräumt und unter schwedischen Schutz gestellt worden war, geht er zurück in seine Heimatstadt, wo er als Bauingenieur alles daran setzt die Stadt wieder aufzubauen. Als erste Maßnahmen verfügt er den Wiederaufbau der Elbebrücke und der Stadttore. Im selben Jahr zeichnet er einen maßstabsgetreuen Plan der Stadt und legt ihn dem schwedischen Stadtkommandanten vor. 1635 kommt es zum Erliegen des Wiederaufbaus der Stadt, da der Kurfürst von Sachsen in Prag mit dem Kaiser Frieden schließt. Gleich im Anschluss an diesen Friedensvertrag werden die schwedischen Truppen durch ein sächsisches Heer aus Magdeburg vertrieben. Nun wurde Magdeburg von den sächsischen Truppen drangsaliert. Otto Gericke wollte sich dem jedoch nicht unterwerfen und brach nach Dresden auf, um beim Kurfürsten persönlich Beschwerde einzulegen. Jedoch ohne Erfolg.

1636 bis 1638 ist Gericke Ingenieur in sächsischen Diensten. 1638 wird er wieder als Ratsmitglied Bauherr der Stadt, jedoch Otto von Guericke-Denkmal ohne dafür entlohnt zu werden. 1641 wird er zum Stadtkämmerer gewählt, diesmal mit einem Gehalt. Als am 2.November 1642 die Schweden das sächsisch-kaiserliche Heer schlagen, wird Gericke nach Leipzig in das schwedische Hauptquartier geschickt um dort Verhandlungen um das Schicksal Magdeburgs zu führen. Doch die Mission zog sich in die Länge. Immer wieder musste Gericke bei General Torstensson vorstellig werden bis sich der Erfolg einstellte. 1645 stirbt seine Frau Margarete. 1646 wird Gericke als Dank für seinen Einsatz um die Stadt Magdeburg von den Bürgern zum Bürgermeister gewählt. Im Jahre 1647 werden die Vorbereitungen Darstellung des Halbkugelversuchs am Otto-von-Guericke-Denkmal (Archiv Chronik) für einen Friedensvertrag getroffen, die den Krieg beenden sollen. Dazu wird Gericke nach Osnabrück entsandt, um an den Verhandlungen teilzunehmen. 10 Monate sollte es dauern bis es zu ersten Ergebnissen kam. In dieser Zeit begann Gericke sich wieder mit wissenschaftlichen Fragen zu befassen.

Am 24.Oktober 1648 wurden endlich die Friedensverträge unterschrieben und der 30-jährige Krieg endet mit dem Westfälischem Frieden. Es konnte mit dem Wiederaufbau der schwer zerstörten Stadt begonnen werden. Laut Friedensvertrag wurden zahlreiche Privilegien, die noch von Otto I. aus dem Jahr 940 stammten an die Stadt zurückgegeben. 1650 gelingt Gericke die Erfindung der Vakuumpumpe, durch die es ihm gelang einen Luftleeren Raum herzustellen. Allerdings scheiterten die ersten Versuche, da er versucht hatte in einem mit Wasser gefülltes Fass ein Vakuum herzustellen.

1652 heiratet Gericke Dorothea Lentke.

1653 reist Gericke zum Reichstag nach Regensburg, wo die im Westfälische Friedensvertrag getroffenen Vereinbarungen Guericke-Pfahl sanktioniert werden sollen. Doch nicht alles läuft positiv für ihn. Zuerst wird ihm das Recht bestritten, an diesem Reichstag teilzunehmen und dann muss Gericke zur Kenntnis nehmen, dass man sämtliche Vereinbarungen von Osnabrück, die Magdeburg betrafen, gestrichen hatte. Magdeburg musste sich damit abfinden nicht mehr als freie Reichsstadt zu gelten. Allerdings gelang ihm dort auch der Durchbruch als anerkannter Physiker. Neben Fürsten, Bischöfen und Erzbischöfen hatte auch der Kaiser von den Experimenten gehört, die Gericke während der Zeit in Regensburg angestellt hatte. Johann Philipp von Schönborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von Würzburg war von den Versuchen so begeistert das er Gericke die Gerätschaften abkaufte und auf dem Würzburger Schloss die Versuche, vom Professor für Mathematik Caspar Schott, wiederholen ließ. Die Ergebnisse sandte er an Gelehrte in Rom. Dabei entspann sich ein reger Briefwechsel, in denen sie die Ergebnisse ihrer Forschungen austauschten. Am 22.Juli 1656 schrieb Gericke in einem Brief, das er sich zwei Halbkugeln anfertigen ließ, die, wenn man die Luft herausziehe nicht von sechs kräftigen Männern getrennt werden können. Ein Jahr später 1657 machte Gericke den ersten öffentlichen Schauversuch, in dem er 12 Pferde an die luftleeren Kugeln spannte und sie zum Erstaunen der Anwesenden es nicht schafften, die Kugeln auseinander zureißen.

Caspar Schott stellte die Versuche Otto Gerickes in seinem Buch "Technica Curiosa" der Öffentlichkeit vor. Nachdem Otto Gericke 1660 mittels dem "Magdeburger Wettermännchen" ein Unwetter vorhersagte, horchten auch andere Gelehrte auf. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg lud Otto Gericke nach Berlin ein, um sich die Magdeburger Halbkugeln vorführen zu lassen. Bei diesem Versuch spannte Gericke 16 Pferde an, aber auch sie schafften es nicht die Kugeln zu trennen.

1663 beendete Otto Gericke die Arbeit an seinen Manuskript "Experimenta nova Magdeburgia de vacuo spatio". Eines der ersten Exemplare schickt er an den Kurfürsten Friedrich Wilhelm nach Berlin. Im Jahr 1666 ließ der Kurfürst von Brandenburg 15.000 Soldaten aufmarschieren, um sein Anrecht auf die im Westfälischen Friedensvertrag zugesicherte Anwartschaft auf den vom sächsischem Kurfürst verwalteten Erzstift Magdeburg geltend zu machen. Laut Vertrag war die Übernahme der Verwaltung mit dem Ableben des derzeitigen Administrators, dem sächsischen Kurfürsten, verknüpft. Otto Gericke, Halbkugeln am Otto-von-Guericke-Museum (Archiv Chronik) der am 4.Januar 1666 von Kaiser Leopold I. in den erblichen Adelsstand erhoben wurde und seinem Namen zur besseren Unterscheidung ein "u" hinzufügte, erkannte, das ihm in dem neuen Vertrag kein Mitspracherecht eingeräumt wurde unterschrieb diesen am 28.Mai 1666 im Kloster Berge. Guericke wurde zum Kurfürstlich Brandenburgischen Rat ernannt, was aber nicht daran ändern konnte das ihm die neuen Machtverhältnisse missfielen. Der Stadt Magdeburg wurde zur Auflage gemacht für die nun einrückenden Brandenburgischen Truppen Unterkünfte bereitzustellen und monatlich 1.200 Taler für die Soldaten aufzubringen. 1676 lehnt es Otto von Guericke aufgrund gesundheitlicher Probleme ab, amtierender Bürgermeister zu werden.1678 tritt er auch von seinem Amt als Bürgermeister zurück, nachdem jüngere Ratsmitglieder versuchen ihm die Privilegien streitig zu machen die er sich in dreißig Jahren als Ratsmitglied erworben hat. Bis 1681 bleibt er noch in seiner Heimatstadt um dann mit seiner Frau Dorothea zu seinem ältesten Sohn Otto jun. nach Hamburg zu ziehen.

Hier verstarb er am 11.Mai 1686. Am 2.Juli 1686 wurde Otto von Guericke in der Johanniskirche in Magdeburg beigesetzt.

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